Archivdatenbank der BBF

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Archives

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  • BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung - Archiv
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    • B. Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR
    • C. Bestandszuwachs seit 1992
    • D. Institutsarchiv des DIPF

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      Bezeichnung: D. Institutsarchiv des DIPF
      Laufzeit: 1950-2003
      Beschreibung: Zur Geschichte des Bestandsbildners
      Das "Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung" wurde 1951 unter der Bezeichnung "Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung" (HIPF) vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt a. M. und der Erziehungsabteilung des US-Hochkommissars für Deutschland errichtet. Die Gründung erfolgte insbesondere auf Initiative des hessischen Kultusministers und späteren Bundesverfassungsrichters Erwin Stein (1903-1992). Erster Direktor war der Psychologe Erich Hylla (1887-1976).
      Die HIPF nahm Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten als "zeitweilige Mitarbeiter" auf und bot ihnen Gelegenheit zu einjähriger Forschungsarbeit. Die Forschung orientierte sich an Themen aus der pädagogischen Praxis; andererseits wurden die Lehrer in die Methodik wissenschaftlichen Arbeitens eingeführt [1]. Mit fünfzehn Lehrkräften aus Hessen, Niedersachsen, West-Berlin und Nordrhein-Westfalen begann im Frühjahr 1953 der reguläre Hochschulbetrieb.
      Seinen heutigen Namen trägt das DIPF seit Anfang 1964, als es in das Königsteiner Staatsabkommen der westdeutschen Bundesländer aufgenommen wurde. Nach dem Auslaufen der letzten amerikanischen Fördergelder 1954 hatte Hessen die Kosten der HIPF zunächst allein tragen müssen; von nun an erfolgte die Finanzierung gemeinsam durch alle Bundesländer. Mit dem neuen Status waren Satzungsänderungen und ein Namenswechsel verbunden: Weil das Königsteiner Abkommen für Forschungsinstitute und nicht für Hochschulen galt, erfolgte die Umbenennung der HIPF in "Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung" (DIPF). Die neue Satzung, die am 13. Februar 1964 rückwirkend zum 1. Januar beschlossen wurde, erklärte die empirische und international vergleichende Bildungsforschung zur Hauptaufgabe des DIPF.
      Der neue Name trug zugleich dem Wandel in Profil und Ausrichtung des Hauses Rechnung: In den 1960er Jahren entwickelte sich das DIPF zu einem "echten Forschungsinstitut mit wissenschaftlich hoch qualifizierten, langfristig gebundenen Mitarbeitern. Seit 1977 wird das Institut zu gleichen Teilen von Bund und Ländern gefördert, seit 1990 als Mitglied der Leibniz-Wissenschaftsgemeinschaft. 1992 übernahm das DIPF verschiedene Bereiche der aufgelösten Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR, darunter die aus der Deutschen Lehrerbücherei von 1908 hervorgegangene Pädagogische Zentralbibliothek.
      Bis Mitte der 1980er Jahre gab es weder eine ordentliche Schriftgutverwaltung am DIPF, noch herrschte Kenntnis darüber, welche Akten aus der Frühgeschichte des Instituts vorhanden waren. Erst im Zuge von Bemühungen, die Institutsentwicklung systematisch darzustellen, wurde das erhalten gebliebene Schriftgut gesichert und zusammengefasst. Während Unterlagen aus den Leitungsgremien noch recht umfangreich vorhanden waren, wies die Überlieferung der einzelnen Bereiche teils gravierende Lücken auf. Insbesondere bei Personalwechseln dürften Akten entweder entsorgt worden oder auf anderem Wege verlorengegangen sein - zum Beispiel durch die Mitnahme an einen neuen Wirkungsort.
      Mit der Bestallung eines hauptamtlichen Geschäftsführers im Jahre 1986 wurden Aktenführung und Aktenordnung neu geregelt und ein einheitlicher Aktenplan eingeführt. Dessen ungeachtet fehlen unter anderem die später entstandenen Materialien aus den Forschungsabteilungen "Soziologie des Bildungswesens" und "Pädagogische Psychologie".
      Ein großer Teil des Schriftguts wurde in den Jahren 2000, 2005 und 2006 wegen Baumaßnahmen im Frankfurter Institutsgebäude in die Magazine des Archivs der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) nach Berlin überführt. Dort erfolgt seit 2012 - im Einklang mit den Vorschriften des Hessischen Archivgesetzes - der Aufbau eines ordentlichen Institutsarchivs. Das gesamte Archivgut des DIPF umfasst derzeit etwa 40 laufende Meter (Stand: Anfang 2017).

      Bestände
      Das Institutsarchiv des "Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung" sichert, erschließt und verwaltet alle Unterlagen des DIPF von dessen Gründung 1951 bis zur Gegenwart, sofern sie von bleibendem historischen Wert sind, Ergebnisse der Forschung dokumentieren oder zur Rechtswahrung dauerhaft aufbewahrt werden müssen. Dies umfasst sowohl Geschäftsakten der Leitung und Verwaltung als auch Schriftstücke, Karteien, Fotos, Film- und Tonaufzeichnungen, digitale Unterlagen und sonstige Überlieferungen aus den Abteilungen und anderen Einrichtungen des Instituts.
      Das archivalische Schriftgut des DIPF ist in zwei Bestandsgruppen 1951 bis 1998 und ab 1999 geteilt. Zu den wichtigsten Beständen aus der Zeit bis 1998 zählen die Unterlagen des Vorstands und des Kuratoriums, des Senats der HIPF sowie des Forschungskollegiums, außerdem die umfangreiche Überlieferung der Forschungsabteilungen "Ökonomie des Bildungswesens" und "Allgemeine und Vergleichende Erziehungswissenschaft".
      Die Fotosammlung, die Institutsgeschichtliche Sammlung und die Druckschriftensammlung ergänzen die Geschäfts- und Forschungsakten. Das Archiv enthält daneben auch zahlreiche Unterlagen, die nicht in den Gremien, der Verwaltung und den Fachbereichen des Instituts entstanden sind, aber einen Bezug zum DIPF und seiner Geschichte aufweisen. Dazu gehören u. a. Materialien der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF), Schriftgut der Pädagogischen Zentralbibliothek (PZB) und eine Dokumentation zur westdeutschen Bildungspolitik seit den 1950er Jahren.

      Weiterführende Archivalien
      Nachlass Erwin Stein, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
      Kultusministerium, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
      Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

      Quellen
      [1] Walter Schultze: Die "zeitweiligen Mitarbeiter" am Deutschen Institut. In: Mitteilungen und Nachrichten des DIPF, Nr. 100/101 (1980), S. 23-39.